Matcha richtig zubereiten: Die 7 häufigsten Fehler – und wie Baristas sie vermeiden
- Natascha Lendzian
- 12. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Matcha richtig zubereiten – die Kurzantwort
Um einen Matcha Latte richtig zuzubereiten starte nicht beim Bambusbesen, sondern bei der Qualität des Matcha. Verwende hochwertigen Matcha aus Japan, lagere ihn luftdicht und lichtgeschützt, siebe das Pulver vor dem Aufschlagen und arbeite mit Wasser zwischen 70 und 80 °C. Für einzelne Getränke eignet sich der Chasen oder ein hochwertiger elektrischer Chasen, für Cafés mit hohem Gästeaufkommen empfiehlt sich das Batching.
Das Wichtigste auf einen Blick
Verwende hochwertigen Matcha – die beste Zubereitung kann schlechten Matcha nicht retten.
Lagere Matcha kühl, lichtgeschützt und luftdicht.
Siebe Matcha immer vor der Zubereitung.
Für einen ausgewogenen Matcha Latte bevorzugen wir 70 °C heißes Wasser.
Ein hochwertiger elektrischer Chasen erzeugt feineren Mikroschaum als ein klassischer Milchaufschäumer.
Gebatchter Matcha sollte innerhalb eines Tages verbraucht werden.
Die ideale Zubereitung hängt immer vom jeweiligen Betrieb ab.
Warum viele Matcha Latte ihr Potenzial nie erreichen
Wenn wir Cafés besuchen, beobachten wir häufig denselben Satz:
„Wir bieten auch Matcha an.“
Auf den ersten Blick klingt das gut.
Schaut man genauer hin, merkt man jedoch schnell, dass Matcha oft nur als Ergänzung auf der Getränkekarte betrachtet wird. Dabei wird Matcha nicht richtig zubereitet und beim Einkauf wird gespart.
Die Folge:
Der Matcha Latte wirkt olivgrün statt leuchtend grün.
Der Geschmack erinnert eher an bitteren Grüntee als an einen cremigen Matcha Latte.
Viele Gäste probieren ihn einmal – und bestellen ihn kein zweites Mal.
Dabei liegt das Problem meist nicht an der Zubereitung.

Es beginnt bereits bei der Wahl des Matcha.
Eine Erfahrung aus unseren Barista-Schulungen
Eine Teilnehmerin erzählte uns einmal voller Überzeugung:
„Ich trinke seit über zehn Jahren Matcha.“
Im Gespräch stellte sich heraus, dass sie bisher ausschließlich günstigen Matcha aus dem Drogeriemarkt verwendet hatte.
Gemeinsam bereiteten wir einen hochwertigen japanischen Matcha zu.
Wir siebten das Pulver sorgfältig.
Verwendeten 70 °C heißes Wasser.
Schlugen den Matcha mit einem Chasen auf.
Nach dem ersten Schluck schaute sie uns überrascht an und sagte:
„Jetzt verstehe ich endlich, woher der Preisunterschied kommt.“
Diesen Moment erleben wir immer wieder.
Viele Menschen glauben, Matcha bereits zu kennen.
In Wirklichkeit haben sie häufig noch nie hochwertigen Matcha richtig zubereitet getrunken.
Fehler 1: Am Matcha sparen
Der häufigste Fehler passiert bereits beim Einkauf.
Ein hochwertiger Matcha besitzt:
eine intensive natürliche Farbe,
einen ausgewogenen Geschmack,
weniger Bitterkeit,
und bleibt auch im Latte deutlich wahrnehmbar.
Günstiger Matcha wirkt dagegen häufig stumpf, bitter und verliert seinen Charakter in Milch.
Deshalb lautet unsere wichtigste Empfehlung:
Die beste Zubereitung kann schlechten Matcha nicht retten.
Fehler 2: Matcha falsch lagern
Viele unterschätzen, wie empfindlich Matcha ist.
Licht, Wärme und Sauerstoff beeinflussen Farbe und Geschmack bereits nach kurzer Zeit.
Wir empfehlen deshalb:

Matcha nach dem Öffnen in eine luftdichte, lichtundurchlässige Dose umfüllen.
Ideal sind Keramikdosen mit luftdicht schließendem Bambusdeckel.
Die Dose sollte möglichst gut gefüllt sein, damit wenig Luft eingeschlossen ist.
Über Nacht kann Matcha im Kühlschrank gelagert werden.
Im Café sollte Matcha niemals direkt neben der Espressomaschine stehen.
Die richtige Zubereitung beginnt bereits bei der Lagerung.
Fehler 3: Die falsche Wassertemperatur
Immer wieder lesen wir, Matcha müsse mit 80 °C heißem Wasser zubereitet werden.
Grundsätzlich ist das nicht falsch.
Wir bevorzugen für Matcha Latte jedoch 70 °C.
Warum?
Mit sinkender Wassertemperatur werden weniger Bitterstoffe gelöst.
Dadurch bleiben die feinen Grüntee-Aromen besser erhalten.
Für uns entsteht bei etwa 70 °C die ideale Balance zwischen Eleganz und ausreichend Geschmackskraft, damit sich der Matcha auch gegen Milch behaupten kann.
Fehler 4: Matcha nicht sieben
Matcha ist extrem fein vermahlen.
Dadurch entstehen leicht kleine Klümpchen.
Wer das Pulver direkt mit Wasser verrührt, erhält oft ein ungleichmäßiges Ergebnis.
Deshalb sieben wir jede Portion vor der Zubereitung.
Erst anschließend geben wir Wasser hinzu und verrühren den Matcha zunächst zu einer glatten Paste.
Dieser kleine Arbeitsschritt verbessert die Konsistenz deutlich.
Fehler 5: Den falschen Aufschäumer verwenden
Für einzelne Getränke bereiten wir Matcha klassisch mit einem Chasen zu.
Im Café empfehlen wir gerne einen hochwertigen elektrischen Chasen.
Er ahmt die M-förmige Bewegung der traditionellen Teezeremonie nach und erzeugt dadurch einen besonders feinen Mikroschaum.
Ein klassischer Milchaufschäumer arbeitet anders.
Er bringt deutlich mehr Luft in den Matcha.
Dadurch entstehen größere Blasen und die Oxidation wird beschleunigt.
Das Ergebnis wirkt weniger cremig und verliert schneller an Qualität.
Gerade im Café schont ein elektrischer Chasen außerdem die Handgelenke der Mitarbeiter.
Fehler 6: Batching falsch anwenden
Für Betriebe mit vielen Matcha-Bestellungen empfehlen wir häufig das Batching.
Dabei wird Matcha mit kaltem Wasser im Blender oder Stabmixer vorbereitet.
Anschließend füllen wir ihn möglichst luftarm in Quetschflaschen ab und kühlen diese sofort herunter.
Wichtig ist jedoch:
Gebatchter Matcha sollte innerhalb eines Tages verbraucht werden.
Sobald Matcha mit Luft in Kontakt kommt, beginnt die Oxidation.
Mit der Zeit dunkelt die Farbe nach und der Geschmack wird bitterer.
Frisch zubereiteter Matcha liefert deshalb immer das beste Ergebnis.
Fehler 7: Für jeden Betrieb dieselbe Zubereitung wählen
Nicht jede Zubereitung passt zu jedem Betrieb.
Deshalb empfehlen wir unterschiedliche Lösungen.
Betrieb | Empfehlung | Warum? |
Zuhause | Chasen | Traditionelle Zubereitung für einzelne Getränke. |
Spezialitäten-Café | Chasen oder hochwertiger elektrischer Chasen | Höchste Qualität bei frischer Zubereitung. |
Café mit Stoßzeiten | Batching | Gleichbleibende Qualität bei schneller Ausgabe. |
Bäckerei | Matcha Latte Premium Mix | Einfache Anwendung mit konstantem Ergebnis. |
Hotel | Matcha Latte Premium Mix | Ideal bei wechselndem Personal. |
Vollautomat | Matcha Latte Premium Mix | Schnelle und reproduzierbare Zubereitung. |
So bereiten wir einen Matcha Latte zu
Zuhause
Chasen einige Minuten in heißem Wasser einweichen.
2,5 g Matcha abwiegen und sieben.
20 ml Wasser (70 °C) hinzufügen.
Zu einer glatten Paste verrühren.
Weitere 20–30 ml Wasser zugeben.
Mit dem Chasen schaumig aufschlagen.
Mit aufgeschäumter Milch auffüllen.
Im Café
Einzelne Getränke: hochwertiger elektrischer Chasen.
Hohe Auslastung: Matcha batchen, gekühlt lagern und innerhalb eines Tages verbrauchen.
Unser Fazit
Immer wieder werden wir gefragt:
„Was ist der wichtigste Tipp für einen perfekten Matcha Latte?“
Unsere Antwort lautet immer gleich:
Die beste Zubereitung kann schlechten Matcha nicht retten.
Ein hochwertiger Matcha bildet die Grundlage.
Erst danach folgen Lagerung, Wassertemperatur und die richtige Technik.
Wer diese Reihenfolge beachtet, wird feststellen:
Ein wirklich guter Matcha Latte ist kein Zufall, sondern das Ergebnis hochwertiger Zutaten und einer sorgfältigen Zubereitung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Matcha sollte ich für einen Matcha Latte verwenden?
Wir empfehlen 2-3 g hochwertigen Matcha pro Getränk.
Muss Matcha vor der Zubereitung gesiebt werden?
Ja. Das Sieben verhindert Klümpchen und sorgt für eine gleichmäßige Konsistenz.
Welche Wassertemperatur ist ideal?
Zwischen 70 und 80 °C. Für Matcha Latte bevorzugen wir persönlich 70 °C, da weniger Bitterstoffe extrahiert werden und die Grüntee-Aromen besser erhalten bleiben.
Kann ich Matcha vorbereiten?
Ja. Für Cafés eignet sich das sogenannte Batching. Der vorbereitete Matcha sollte jedoch möglichst schnell heruntergekühlt und innerhalb eines Tages verbraucht werden.
Warum wird Matcha mit der Zeit bitter?
Sobald Matcha mit Wasser in Kontakt kommt, beginnt die Oxidation. Dadurch verändert sich sowohl die Farbe als auch der Geschmack.
Kann ich Matcha im Kühlschrank lagern?
Ja. Nach dem Öffnen empfehlen wir eine luftdichte, lichtgeschützte Dose. Über Nacht kann Matcha im Kühlschrank gelagert werden.
Ist ein elektrischer Chasen besser als ein Milchaufschäumer?
Für Matcha ja. Ein hochwertiger elektrischer Chasen erzeugt feineren Mikroschaum und arbeitet deutlich schonender als ein klassischer Milchaufschäumer.
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Über die Autorin
Natascha Lendzian ist Gründerin von Simply Chai und entwickelt seit vielen Jahren Getränkekonzepte für Cafés, Bäckereien und die Gastronomie. In Barista-Schulungen und der Produktentwicklung beschäftigt sie sich intensiv mit Matcha, Chai und modernen Kaffeealternativen. Ihr Ziel ist es, hochwertige Getränke alltagstauglich und gleichzeitig einfach in der Anwendung zu machen.
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