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Welche Getränke gehören auf eine saisonale Getränkekarte – und welche können raus?

vor 10 Minuten
10 Min. Lesezeit
ein Glas mit sanft violettem iced Ube Latte mit grünen Streifen im Glas die von Pistazienmuss kommen. Das Getränk ist mit Pistatiencoldfoam getoppt und Ubepulver bestäubt
Iced Ube Pistazien Coldfoam Latte

Braucht eine moderne Cafékarte ständig neue Getränke?


Nein. Eine gute Cafékarte braucht vor allem einen stabilen Kern und einige Plätze für saisonale Getränke und neue Ideen.


Cappuccino, Latte Macchiato, Chai oder Matcha müssen nicht alle paar Monate verschwinden, nur weil ein neuer Trend auftaucht.

Im Gegenteil: Stammgäste kommen häufig gerade wegen der Getränke zurück, die sie kennen und mögen.


Trotzdem würde ich eine Getränkekarte heute nicht mehr zwölf Monate lang unverändert lassen.

Saisonale Specials schaffen neue Bestellanlässe. Sie geben Stammgästen etwas zu entdecken, können neue Gäste aufmerksam machen und liefern dem Café gleichzeitig immer wieder neuen Stoff für Social Media, Aufsteller und die Kommunikation am Point of Sale.


Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wie viele neue Getränke können wir noch auf die Karte setzen?“


Sondern:

„Welche Getränke brauchen einen festen Platz und wo lassen wir bewusst Raum für Neues?“


Das Wichtigste auf einen Blick


  • Die Stammkarte sollte stabil bleiben. Saisonale Angebote ergänzen sie, statt sie ständig zu ersetzen.

  • Nicht jedes Café braucht gleich viele Specials. Für ein kleines, spezialisiertes Café kann ein einziger außergewöhnlicher Saison-Drink reichen.

  • Größere oder breiter aufgestellte Betriebe können ein saisonales Thema über mehrere Getränke spielen.

  • Eine saisonale Zutat kann für unterschiedliche Getränkewelten genutzt werden. Zum Beispiel Pumpkin Spice mit Kaffee, Chai und Matcha.

  • Signature Drinks dürfen aufwendiger sein. Zusätzliche Zutaten, Arbeitszeit und langsamere Abläufe müssen sich aber im Verkaufspreis wiederfinden.

  • Saisonale Getränke brauchen Sichtbarkeit, bevor der Gast bestellt.

  • Das Team muss die Drinks kennen, probieren und aktiv empfehlen können.

  • Erfolg misst sich nicht nur daran, wie viele Specials verkauft wurden. Entscheidend ist, ob die gesamte Getränkekarte dadurch besser verkauft.


Sollte ein Café seine bestehende Getränkekarte saisonal austauschen?


Nein. Ich würde die bestehende Karte nicht austauschen, sondern um ein saisonales Angebot erweitern.


Ein Stammgast, der jeden Morgen seinen Cappuccino bestellt, soll ihn auch im Oktober noch bekommen. Gleichzeitig können wir ihm aber einen Grund geben, heute einmal etwas anderes zu probieren.


Genau darin liegt für mich die Stärke saisonaler Angebote.

Der Bestandskunde entdeckt etwas Neues. Und ein außergewöhnlicher Signature Drink kann – gut fotografiert und präsentiert – sogar Menschen ins Café bringen, die vorher noch keine Kunden waren.


Das saisonale Angebot ist damit nicht nur eine Erweiterung der Karte.

Es ist gleichzeitig Produkt, Verkaufsimpuls und Marketinganlass.


Wie viele Positionen braucht eine saisonale Getränkekarte im Café?


Das hängt von Größe, Positionierung und Abläufen des Cafés ab. Ein kleines, stark spezialisiertes Café braucht möglicherweise nur ein einziges richtig gutes Special. Ein größerer oder breiter aufgestellter Betrieb kann dagegen mehrere Varianten eines saisonalen Themas anbieten.


Ich würde deshalb keine allgemeine Regel wie „Jedes Café braucht drei Saisongetränke“ aufstellen.


Ein kleines Specialty Café lebt häufig sehr stark von seinem klaren Profil, Empfehlungen und Stammkunden. Dort würde ich die Karte nicht mit drei oder vier zusätzlichen Getränken überladen.


Ein außergewöhnlicher Hero-Drink kann völlig ausreichen.

Die Stammgäste bekommen eine Überraschung aber das eigentliche Profil des Cafés bleibt klar erkennbar.


ein geschwungenes Glas auf einem silbernen Tablett mit Ornamenten. Im Glas ist ein heller Iced Chai zu sehen der von einem leuchtend gelben Safran Coldfoam getoppt und von Rosenblättern dekoriert wird
Iced Chai Safran Coldfoam mit Rosenblättern

Bei einem größeren Caféhaus oder einer Kette sieht das anders aus. Dort treffen unterschiedliche Gästegruppen und Bedürfnisse aufeinander. Ein saisonales Thema kann deshalb über mehrere Getränke gespielt werden.


Und genau das lässt sich aktuell auch bei Starbucks beobachten: Auf der Herbstkarte 2026 wird Pumpkin unter anderem als Pumpkin Spice Latte, Iced Pumpkin Cream Matcha, Pumpkin Spice Chai, Iced Pumpkin Cream Chai, Pumpkin Cream Cold Brew und Iced Pumpkin Cream Shaken Espresso angeboten. Das Unternehmen meldete für den Start dieser Herbstkarte am 25. August den stärksten Fall-Launch-Tag seiner Geschichte in den USA und Kanada.


Das beweist natürlich nicht, dass dieselbe Strategie in jedem Café funktioniert, zeigt aber sehr gut, wie ein saisonales Thema über unterschiedliche Getränkekategorien inszeniert werden kann.


Wie würde ich Pumpkin Spice auf einer Cafékarte einsetzen?


eine Grafik mit 3 Pumpkin Spice Getränken, Pumpkin Matcha, Pumpkin Ube und Pumpkin Chai
3 Pumpkin Spice Getränke für die Herbstkarte Bilder von Simply Chai, Grafik mit KI Hilfe erstellt

Ich würde ein saisonales Thema nicht nur mit einem einzigen Getränk spielen, sondern überlegen, wie es sich auf unterschiedliche Getränkewelten übertragen lässt.


Bei Pumpkin Spice könnten das zum Beispiel Matcha, Ube und Chai sein.

Die Grundidee bleibt dieselbe, geschmacklich und optisch entstehen aber drei völlig unterschiedliche Drinks.


Ein Pumpkin Matcha verbindet die würzigen Herbstnoten mit dem frischen, leicht herben Charakter von Matcha und bringt gleichzeitig eine kräftige grüne Farbe ins Glas.


Pumpkin Ube geht in eine ganz andere Richtung: mild, cremig und mit seiner violetten Farbe ein echter Hingucker. Gleichzeitig ist Ube koffeinfrei und spricht damit Gäste an, die bewusst nach einer Alternative zu Kaffee oder Tee suchen.


Pumpkin Chai ist für mich die vertrauteste der drei Varianten. Die typischen Chai-Gewürze harmonieren ganz natürlich mit Pumpkin Spice und machen den Drink zu einem klassischen Herbstgetränk.


Genau diese Kombination finde ich für eine Saisonkarte spannend:


Drei Drinks greifen dasselbe Thema auf, sehen aber völlig unterschiedlich aus und sprechen unterschiedliche Geschmäcker und Bedürfnisse an.


Und betrieblich gibt es noch einen weiteren Vorteil: Statt drei komplett unabhängige Signature Drinks zu entwickeln, kann eine gemeinsame Pumpkin-Komponente für alle drei Getränke genutzt werden.


So entsteht aus einer saisonalen Idee eine kleine Getränkewelt ohne für jedes Special eine komplett neue Mise en Place aufzubauen.


Müssen Signature Drinks möglichst einfach zuzubereiten sein?


Nein. Ein Signature Drink darf bewusst aufwendiger sein – wenn der Gast den zusätzlichen Wert sehen und schmecken kann.

In der Gastronomie versuchen wir verständlicherweise, Abläufe möglichst einfach zu halten.


Bei Signature Drinks würde ich trotzdem nicht jede zusätzliche Komponente wegoptimieren.

Wenn ich ein besonderes Getränk entwickle, darf es auch besonders sein.


Ein Cold Foam, eine Sauce, unterschiedliche Texturen, ein außergewöhnliches Topping oder eine sichtbare Zubereitung können genau das Erlebnis schaffen, wegen dem ein Gast diesen Drink bestellt, fotografiert oder weiterempfiehlt.


Ich würde deshalb lieber einen wirklich außergewöhnlichen Signature Drink entwickeln als einen normalen Latte nur minimal zu verändern und ihn anschließend „Signature“ zu nennen.


Aber:

Aufwand muss bezahlt werden!


Darf ein Signature Drink mehr kosten als ein klassischer Latte?


man sieht das obere Teil eines gewellten Glases in dem sich ein hellbrauner iced Hojicha Latte befindet getoppt mit einem leuchtend gelben Safran Coldfoam auf dem ein wenig Blattgold drappiert ist
Iced Hojicha Latte mit Safran Coldfoam und Blattgold

Ja. Wenn Zutaten und Zubereitung aufwendiger sind, sollte sich das im Verkaufspreis widerspiegeln.


Bei der Kalkulation eines Signature Drinks würde ich deshalb nicht nur Milch, Kaffee, Matcha, Chai, Sirup oder Topping betrachten.


Auch Arbeitszeit ist ein Kostenfaktor.


Wenn ein Drink deutlich länger in der Herstellung dauert, den Ablauf während des Rushs verlangsamt oder eventuell sogar mehr Personal erforderlich macht, muss das berücksichtigt werden.


Gleichzeitig sieht der Gast, dass etwas Besonderes passiert.

Mehrere Komponenten, ein besonderer Aufbau und eine aufwendigere Präsentation verändern die Wertwahrnehmung.


Der Gast kauft dann nicht einfach einen Latte mit etwas Sirup.


Er kauft ein kleines Erlebnis.


Und dieses Erlebnis darf auch mehr kosten.


Reicht es, saisonale Getränke auf die normale Karte zu schreiben?


Nein. Ein saisonaler Drink muss dem Gast begegnen, bevor er seine Bestellung abgegeben hat.

Das halte ich für einen der am häufigsten unterschätzten Punkte.


Gerade Stammgäste schauen häufig gar nicht mehr intensiv auf die Getränkekarte.


Sie betreten das Café und wissen bereits:

„Ein Cappuccino wie immer.“


Wenn unser Pumpkin Matcha nur irgendwo klein auf der Karte steht, hat er gegen diese Routine kaum eine Chance.


Deshalb würde ich saisonale Specials sichtbar inszenieren.


Ein großes Plakat mit allen Saisongetränken kann hervorragend funktionieren. Alternativ können einzelne Drinks jeweils ein eigenes Motiv bekommen.


Wichtig ist vor allem der Standort:

Der Gast sollte das Angebot sehen, bevor er bestellt.

Am Point of Sale kann ein kleiner Aufsteller ergänzen. Wird am Tisch bestellt, können zusätzlich Tischaufsteller sinnvoll sein.


Und dann gibt es noch einen Kommunikationskanal, der häufig stärker ist als jedes Plakat.

Das Team.


Welche Rolle spielen die Mitarbeiter beim Verkauf saisonaler Getränke?


Eine sehr große. Die Mitarbeiter müssen die neuen Drinks kennen, selbst probiert haben und sie aktiv empfehlen können.


Besonders bei Stammgästen finde ich das wichtig.

Wer seit Monaten dreimal pro Woche denselben Cappuccino bestellt, schaut möglicherweise gar nicht mehr nach links und rechts.


Ein einfacher Satz kann dann reichen:

„Hast Du eigentlich schon unser neues Pumpkin Special probiert?“


Damit wird aus einer Routinebestellung plötzlich eine Entscheidung.

Dafür muss der Mitarbeiter das Getränk aber kennen.


Wie schmeckt es? Was ist besonders daran? Wem würde ich es empfehlen?

Ein neues Getränk einfach ins Kassensystem einzupflegen und zu hoffen, dass es sich verkauft, reicht aus meiner Sicht nicht.


Wie oft sollte ein Café seine Saisonkarte wechseln?


Regelmäßig, aber nicht unnötig häufig.


Neue Signature Drinks bedeuten Arbeit.


Rezepte müssen entwickelt und getestet werden. Zutaten müssen bestellt werden. Preise müssen kalkuliert, Bilder erstellt, Karten oder Aufsteller angepasst und Mitarbeiter eingearbeitet werden.


Ein Saisonangebot sollte deshalb lange genug laufen, damit sich dieser Aufwand überhaupt lohnt.


Für ein Café in Deutschland würde ich persönlich ungefähr mit diesem Rhythmus arbeiten:


Frühling: Mitte März bis Mai

Sommer: Mai bis Ende August / Anfang September

Herbst / Pumpkin Season: September bis Anfang November

Winter: November bis Mitte März


Das ist keine allgemeingültige Branchenregel, sondern der Rhythmus, den ich aus meiner gastronomischen Erfahrung für praktikabel halte.


Die Sommersaison darf länger sein.


Pumpkin dagegen ist für mich bewusst ein relativ kurzes Thema. Von September bis Anfang November funktioniert es hervorragend, danach würde ich direkt in die Wintergetränke wechseln.


Das aktuelle Marktbeispiel zeigt übrigens, wie stark Pumpkin inzwischen als eigener Saisonstart inszeniert werden kann: Starbucks startete seine Herbstkarte 2026 bereits am 25. August und bezeichnete diesen Tag anschließend als den stärksten Fall-Launch in der Unternehmensgeschichte in den USA und Kanada.


Muss ein Café jeden Getränketrend mitmachen?


Nein. Ein Trend ist noch kein Grund, ein Getränk auf die Karte zu setzen.

Das gilt besonders für kleine Betriebe.


Ein Drink kann auf Instagram großartig aussehen und trotzdem nicht zum eigenen Café, zu den Gästen oder zu den Abläufen passen.


Deshalb würde ich immer fragen:

Passt der Geschmack zu unseren Gästen?


Können wir den Drink auch im Rush zuverlässig herstellen?

Können wir die benötigten Zutaten sinnvoll für mehrere Getränke einsetzen?

Lässt sich ein Preis durchsetzen, der Zutaten und Arbeitsaufwand abbildet?


Und vor allem:

Gibt es überhaupt Platz für diesen Drink?

Manchmal kann die richtige Entscheidung nämlich auch sein, einen schwachen bestehenden Artikel zu ersetzen.


Wenn ein Getränk nur wenige Male im Monat verkauft wird und die Karte bereits voll ist, würde ich genau hinsehen, bevor ich einfach noch einen weiteren Punkt hinzufüge.


Woran erkennt man, ob ein saisonales Getränk erfolgreich war?


Grafik zu Umsatzverschiebung oder Umsatzsteigerung beim Einsatz saisonaler Getränke
Grafik zu Umsatz zu Saisongetränken Grafik mit KI erstellt

Nicht allein daran, wie oft es verkauft wurde.


Nehmen wir an, ein Café verkauft in einem Monat 250 Pumpkin Drinks.

Das klingt zunächst hervorragend.


Aber was ist gleichzeitig mit den bisherigen Topsellern passiert?

Wenn 200 Latte Macchiato weniger verkauft wurden, haben wir möglicherweise hauptsächlich bestehenden Umsatz verschoben.


Bleiben unsere Topseller dagegen weitgehend stabil und die Saisongetränke kommen zusätzlich dazu, wird es wesentlich interessanter.


Deshalb würde ich mindestens vier Dinge beobachten:


  1. Wie viele saisonale Getränke wurden verkauft?

  2. Welchen Umsatz haben sie erzielt?

  3. Wie haben sich die bisherigen Topseller entwickelt?

  4. Wie hat sich der gesamte Getränkeumsatz entwickelt?


Wenn die Daten vorhanden sind, würde ich zusätzlich auf Bonanzahl und Durchschnittsbon schauen.


Natürlich lässt sich ein Effekt im echten Café nie vollkommen isolieren. Wetter, Gästezahl, Ferien, Wochentage und viele andere Faktoren verändern ebenfalls den Umsatz.

Trotzdem hilft dieser Vergleich bei einer entscheidenden Frage:


Haben wir zusätzlichen Umsatz geschaffen oder nur bestehenden Umsatz verschoben?


Und genau das ist für mich der wichtigere Maßstab.

Ein saisonaler Bestseller ist nicht automatisch eine erfolgreiche Saisonkarte.

Das Ziel einer Saisonkarte ist nicht, dass sich ein neuer Drink gut verkauft.

Das Ziel ist, dass die Getränkekarte insgesamt besser verkauft.


Was gehört also auf eine moderne Cafékarte?


Ein stabiler Kern, der zum Café und seinen Stammgästen passt. Ergänzt um bewusst ausgewählte saisonale Getränke und genügend Raum, um Neues auszuprobieren.

Ich würde eine moderne Getränkekarte deshalb nicht danach beurteilen, wie viele Trendgetränke darauf stehen.


Sondern danach, ob jedes Getränk eine Aufgabe erfüllt.

Einige Getränke geben Verlässlichkeit.

Andere sprechen neue Bedürfnisse an.

Saisonale Drinks schaffen neue Kaufanlässe.


Und ein außergewöhnlicher Signature Drink darf manchmal einfach dafür sorgen, dass jemand am Nachbartisch fragt:

„Was ist das denn?“


Genau diese Momente können wertvoll sein.

Denn eine gute Getränkekarte verkauft nicht nur Getränke.

Sie macht neugierig.


Fazit: Eine gute Cafékarte muss nicht ständig größer werden. Sie braucht Bewegung.


Grafik die den idealen Aufbau einer saisonalen Getränkekarte im Café oder Coffeeshop zeigt
Grafik zum Aufbau einer Getränkekarte im Café oder Coffeeshop Grafik mit KI erstellt

Ich würde niemals einen gut laufenden Cappuccino von der Karte nehmen, nur weil Pumpkin Spice Saison hat.


Genauso wenig würde ich aber darauf verzichten, meinen Stammgästen regelmäßig etwas Neues zu zeigen.


Die Kunst liegt für mich dazwischen:

Ein stabiler Kern gibt Orientierung.

Saisonale Angebote bringen Abwechslung.

Signature Drinks schaffen Erlebnis.


Und die Zahlen zeigen uns anschließend, was davon wirklich funktioniert hat.


Vielleicht ist deshalb die wichtigste Frage bei der nächsten Saisonplanung nicht:

„Was können wir noch auf die Karte setzen?“


Sondern:

„Welchen neuen Grund geben wir unseren Gästen, beim nächsten Besuch etwas zu entdecken?“


Du möchtest Deine Getränkekarte weiterentwickeln?


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Über die Autorin


Natascha Lendzian ist Gründerin von Simply Chai und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Cafékonzepten, Getränketrends und Produktentwicklung.

Ihre Erfahrung kommt aus der Gastronomie: Im eigenen Café hat sie erlebt, wie Gäste neue Getränke entdecken, wie Stammkunden bestellen und warum ein gutes Produkt allein noch lange nicht bedeutet, dass es sich auch verkauft.

Aus dieser praktischen Erfahrung entstand später Simply Chai. Heute entwickelt das Unternehmen Chai, Matcha, Hojicha, Ube und weitere Getränkekonzepte für Cafés, Bäckereien, Hotellerie und andere gastronomische Betriebe.

Bei neuen Getränketrends betrachtet Natascha deshalb immer beide Seiten: Wie spannend ist ein Drink für den Gast und funktioniert er geschmacklich, wirtschaftlich und operativ auch im echten Caféalltag?


FAQ: Saisonale Getränkekarten im Café


Wie viele saisonale Getränke sollte ein Café anbieten?

Das hängt von Größe und Konzept ab. Für ein kleines, spezialisiertes Café kann ein einziger Hero-Drink ausreichen. Größere oder breiter aufgestellte Betriebe können mehrere Varianten eines saisonalen Themas anbieten.


Sollte die normale Getränkekarte für Saisongetränke geändert werden?

Nicht grundsätzlich. Gut laufende Klassiker würde ich beibehalten und saisonale Getränke zunächst ergänzend anbieten. Ist die Karte bereits sehr groß, kann allerdings geprüft werden, ob schwach laufende Getränke ersetzt werden sollten.


Wie lange sollte Pumpkin Spice auf der Karte bleiben?

Ich würde Pumpkin Spice ungefähr von September bis Anfang November spielen und danach in die Winterkarte wechseln. Das ist eine Praxiseinschätzung und keine feste Branchenregel.


Dürfen Signature Drinks teurer sein?

Ja. Höherer Wareneinsatz, längere Zubereitungszeit und zusätzlicher Arbeitsaufwand sollten in die Kalkulation einfließen. Gleichzeitig muss der Gast den zusätzlichen Wert des Getränks erkennen können.


Wie verkauft man saisonale Getränke besser?

Sie sollten sichtbar sein, bevor der Gast bestellt. Große Motive, eine eigene Saisonkarte, POS- oder Tischaufsteller und die aktive Empfehlung durch geschulte Mitarbeiter können dabei helfen.


Wie misst man den Erfolg einer Saisonkarte?

Nicht nur über den Absatz des neuen Drinks. Entscheidend sind auch Umsatz, Entwicklung der bestehenden Topseller und der gesamte Getränkeumsatz. So lässt sich besser beurteilen, ob tatsächlich zusätzlicher Umsatz entstanden ist oder hauptsächlich bestehende Verkäufe verschoben wurden.

 
 
 

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