Ube ist im Trend. Aber lohnt es sich auch für Dein Café?
Aktualisiert: 17. Aug.
Ube sieht spektakulär aus und sorgt gerade für Aufmerksamkeit. Aber reicht das, um noch ein weiteres Produkt ins Lager zu stellen? Ich finde: Ja! Wenn Du es richtig angehst. Hier zeige ich Dir, wie Du Ube mit nur einer neuen Zutat, bestehenden Abläufen und überschaubarem Risiko vier Wochen lang in Deinem Café testen kannst.
Executive Summary
Ube ist längst in deutschen Cafés angekommen. Doch statt einfach einem Trend hinterherzulaufen, würde ich Ube zunächst als vierwöchige Aktion testen. Wenn Du bereits Iced Matcha anbietest, brauchst Du dafür im Idealfall nur eine neue Zutat: Ube-Pulver. Die Abläufe sind ähnlich, vorhandene Zutaten können weiterverwendet werden und aus einer Basis entstehen mehrere Drinks. Bei unserer Beispielkalkulation kostet das Ube-Pulver pro Getränk 0,42 Euro. Entscheidend für den Erfolg sind aber nicht nur Wareneinsatz und Verkaufszahlen, sondern vor allem Deine Mitarbeiter.

Das Wichtigste auf einen Blick
Ube erzeugt mit seiner intensiven violetten Farbe Aufmerksamkeit und Kaufimpulse.
Ube selbst bringt kein Koffein mit und kann damit eine weitere moderne koffeinfreie Option auf der Karte schaffen.
Wenn Du bereits Iced Matcha anbietest, kannst Du viele bestehende Abläufe, Gläser und Zutaten weiterverwenden.
Für einen einfachen Sommertest brauchst Du im Idealfall nur eine neue Zutat: Ube-Pulver.
4 g Ube-Pulver kosten bei einem Einkaufspreis von 105 €/kg nur 0,42 € pro Getränk.
Einen klassischen Ube Latte würde ich preislich ähnlich wie einen Matcha Latte positionieren.
Drei Drinks reichen für eine Testaktion vollkommen.
Der größte Fehler bei der Einführung? Deine Mitarbeiter nicht mit auf die Reise zu nehmen.
Nach vier Wochen sollten nicht nur Verkaufszahlen entscheiden, sondern auch Reaktionen, Nachfragen und Wiederbestellungen Deiner Gäste.
„Warum soll ich mir noch ein Produkt ins Lager stellen?“
„Warum soll ich mir noch ein Produkt ins Lager stellen?“
Wenn Du ein Café führst, ist diese Frage vollkommen berechtigt.
Noch ein Pulver.
Noch eine Zutat.
Noch ein Trend.
Noch etwas, das Deine Mitarbeiter lernen müssen und das möglicherweise irgendwann angebrochen im Lager steht.
Vielleicht denkst Du also:
„Ube sieht zwar toll aus, aber warum soll ich mir dafür noch ein weiteres Produkt ins Lager stellen?“
Meine Antwort darauf wäre:
Du hast Dir einen Teil der Antwort eigentlich schon selbst gegeben: Ube sieht toll aus!
Und das ist in einem Café keineswegs nebensächlich.
Die intensive violette Farbe fällt auf. Gäste sehen das Getränk am Nachbartisch, im transparenten To-go-Cup oder auf Social Media.
Sie fragen:
„Was ist das?“
Und genau aus dieser Neugier kann ein Kaufimpuls entstehen.
Ein Getränk, das schon durch seine Optik Aufmerksamkeit erzeugt, muss nicht erst mühsam entdeckt werden. Es kann andere Gäste neugierig machen, fotografiert und geteilt werden. Und damit im besten Fall den nächsten Verkauf gleich mit anstoßen.
Aber die Farbe allein wäre für mich noch kein ausreichender Grund, ein weiteres Produkt ins Lager zu stellen.
Es gibt einen zweiten Punkt, den ich mindestens genauso spannend finde: Ube erweitert Deine Getränkekarte um eine moderne koffeinfreie Alternative.
Und genau deshalb würde ich Ube nicht einfach als weiteren Trenddrink betrachten, sondern als Getränk, das tatsächlich eine Lücke auf der Karte schließen kann.
Ube besetzt einen Platz, den viele Getränkekarten noch frei haben.
Ube selbst enthält kein Koffein.
Damit kannst Du Deinen Gästen eine moderne Alternative zu Kaffee oder Matcha anbieten, ohne einfach nur entkoffeinierten Kaffee oder Tee auf die Karte zu setzen.
Für mich ist das wichtig.
Denn eine moderne Getränkekarte sollte unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen können.
Der eine Gast möchte seinen Espresso.
Der nächste liebt Matcha.
Und ein anderer möchte vielleicht am Nachmittag ein besonderes Getränk, aber bewusst kein weiteres Koffein.
Ube muss Matcha deshalb überhaupt nicht ersetzen.
Im Gegenteil.
Ich sehe Ube als Ergänzung.
Und das Schöne daran:
Beide lassen sich sogar hervorragend miteinander kombinieren.

1 neue Zutat. 3 neue Getränke.
Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich aus Sicht eines Cafébetreibers fast noch spannender finde.
Ube muss Deine Abläufe nicht komplizierter machen.
Wenn Du bereits Iced Matcha Latte anbietest, hast Du einen Großteil dessen, was Du für Ube brauchst, bereits im Haus.
Du verwendest dasselbe Glas oder denselben Clear Cup.
Die Zubereitung folgt einem sehr ähnlichen Prinzip.
Milch oder Pflanzendrink ist vorhanden.
Eis ist vorhanden.
Matcha ist vorhanden.
Espresso ist vorhanden.
Erdbeersirup ist bei vielen modernen Getränkekarten ebenfalls vorhanden.
Für einen einfachen Ube-Test musst Du im Idealfall deshalb tatsächlich nur eine neue Zutat einkaufen: Ube-Pulver.
Und daraus kannst Du beispielsweise drei Sommerdrinks machen:
Iced Ube Latte
Die pure Variante. Perfekt für Gäste, die Ube kennenlernen möchten.
Iced Matcha Ube
Hier treffen zwei aktuelle Getränkewelten aufeinander. Grün und Violett sorgen für einen starken visuellen Effekt. Gleichzeitig erreichst Du Gäste, die Matcha bereits kennen.
Iced Strawberry Ube
Für mich geschmacklich eine besonders überzeugende Kombination. Gleichzeitig entstehen mit Erdbeere, Milch und Ube wunderschöne Farbkomponenten.
Das Prinzip dahinter ist einfach:
Nicht drei neue Drinks mit zehn neuen Zutaten. Sondern eine neue Zutat, aus der drei unterschiedliche Kaufanlässe entstehen.
Du bist Dir noch unsicher? Dann teste Ube vier Wochen.
Ich würde Ube nicht zwangsläufig sofort dauerhaft auf die Karte nehmen.
Mach daraus eine Aktion.
Vier Wochen.
Kaufe zunächst eine überschaubare Menge Ube-Pulver ein.
Wähle drei Getränke.
Nimm Deine Mitarbeiter mit.
Mach die Aktion sichtbar.
Und dann lass Deine Gäste entscheiden.
Das reduziert Dein Risiko und liefert Dir wesentlich bessere Informationen als jede Trendprognose.
Denn am Ende ist nicht entscheidend, ob Ube in Berlin, London oder auf TikTok funktioniert.
Entscheidend ist, ob Ube bei Deinen Gästen funktioniert.
Was kostet ein Ube Latte eigentlich?
Jetzt wird es konkret.
Für einen Ube Latte verwenden wir als Beispiel:
4 g Ube-Pulver + 50 ml Wasser + 200 ml Kokosmilch.
Durch das Aufschäumen oder die Eiswürfel entsteht daraus ein Getränk, das Du in einem Glas oder einer Tasse mit ungefähr 350 ml Fassungsvermögen servieren kannst.
Bei einem angenommenen Ube-Einkaufspreis von 105 € pro Kilogramm ergibt sich:
Ube-Pulver
4 g × 0,105 €/g = 0,42 €
Kokosmilch
200 ml bei 2 €/Liter = 0,40 €
Ube Latte im Glas
Direkter Wareneinsatz: ca. 0,82 €
Wasser habe ich in dieser vereinfachten Kalkulation nicht separat angesetzt.
Bei einem Verkaufspreis von 5,90 € entspricht das einem direkten Wareneinsatz von ungefähr 13,9 % des Verkaufspreises.
Und to go?
Für einen Iced Ube Latte kommen bei unserer Beispielrechnung hinzu:
Clear Cup: 0,09 €
Deckel: 0,05 €
Strohhalm: 0,03 €
Damit kommen weitere 0,17 € Verpackungskosten hinzu.
Der direkte Waren- und Verpackungseinsatz liegt damit bei:
ca. 0,99 € pro Iced Ube Latte to go
Bei 5,90 € Verkaufspreis entspricht das rund 16,8 %.
Beispiel | Direkter Waren-/Verpackungseinsatz | Verkaufspreis | Anteil am VK |
Ube Latte im Glas | ca. 0,82 € | 5,90 € | ca. 13,9 % |
Iced Ube Latte to go | ca. 0,99 € | 5,90 € | ca. 16,8 % |
Wichtig: Das ist ausdrücklich keine Gewinnrechnung.
Nicht berücksichtigt sind unter anderem Personal, Miete, Energie, Lagerhaltung, Geräte und Abschreibungen, Reinigung, Schwund sowie weitere Betriebs- und Gemeinkosten. Beim Iced Drink sind außerdem die Kosten der Eisproduktion nicht separat berücksichtigt.
Die Rechnung soll Dir deshalb vor allem zeigen, in welcher Größenordnung sich der direkte Wareneinsatz bewegt.
Darf ein Ube Latte 5,90 € kosten?
Für mich: ja.
Ich würde einen klassischen Ube Latte preislich ungefähr auf derselben Ebene wie einen Matcha Latte positionieren.
Das hat mehrere Gründe.
Ube ist eine Spezialität, die Du zusätzlich einkaufen und lagern musst.
Außerdem darfst Du Dich vom Kilopreis nicht täuschen lassen.
Matcha ist pro Kilogramm deutlich teurer als Ube. Dafür benötigst Du für einen Ube Latte mehr Pulver. Dadurch nähern sich die tatsächlichen Kosten der Hauptzutat pro Getränk wieder an.
Und sowohl Matcha als auch Ube haben einen höheren Produktwert als der Espresso-Shot eines klassischen Latte Macchiato.
Deshalb würde ich Ube nicht mit einem Latte Macchiato vergleichen.
Ich würde ihn gemeinsam mit Matcha als Spezialitätengetränk positionieren.
Für einen puren Ube Latte halte ich einen Verkaufspreis von bis zu 5,90 € für gut darstellbar.
Sobald Sirup, Foam, Toppings oder andere Komponenten hinzukommen, darf ein Signature Drink aus meiner Sicht auch darüber liegen.

Meine Lieblingsmilch für Ube? Kokos.
Natürlich kannst Du Ube mit z. Bsp. Haferdrink oder Kuhmilch zubereiten.
Meine persönliche Lieblingskombination ist allerdings:
Ube + Kokosmilch.
Die beiden passen für mich geschmacklich hervorragend zusammen.
Vielleicht ganz frei nach dem Motto:
What grows together, goes together.
Ich würde bei einem modernen Ube Latte außerdem keinen zusätzlichen Aufpreis für die pflanzliche Alternative verlangen.
Wenn ich den Drink bewusst mit Kokosmilch entwickle, gehört sie für mich zum Rezept und damit bereits in die Kalkulation des Verkaufspreises.
Im Winter braucht Ube eine andere Karte
Ube muss übrigens nicht mit dem Ende des Sommers wieder verschwinden.
Ich würde lediglich die Karte verändern.
Auch hier reichen für mich drei Varianten.
Hot Ube Latte
Die pure Variante für neugierige Gäste.
Iced Ube Crème Brûlée Foam
Ja, iced! Auch im Winter!
Denn dieser Drink erfüllt einen anderen Zweck. Mit cremigem Foam und karamellisierter Zuckerkruste wird daraus eher ein Dessertdrink mit Erlebnisfaktor als ein klassisches Sommergetränk.
Vanilla Ube
Ube mit Vanille, optional mit Sahne und Krokant.
Geschmacklich geht das für mich stärker in Richtung Wohlfühlgetränk.
Nicht weil Ube wie Kakao schmeckt, das tut es für mich ausdrücklich nicht.
Aber es kann auf einer Winterkarte eine ähnliche emotionale Rolle einnehmen.
„Wie schmeckt Ube eigentlich?“
Das ist wahrscheinlich eine der ersten Fragen, die Deine Gäste stellen werden.
Und genau hier würde ich vorsichtig mit den üblichen Vergleichen sein.
Oft wird Ube als vanillig beschrieben. Auch das Bundeszentrum für Ernährung und der VerbraucherService Bayern nennen unter anderem milde, nussige und vanilleartige Geschmacksnoten.
Meine persönliche Wahrnehmung ist eine andere.
Für mich schmeckt Ube nicht einfach nach Vanille.
Ube hat ein sehr eigenständiges Geschmacksprofil, das ich nur schwer mit einem uns bekannten Getränk vergleichen kann.
Wenn ich meinen Mitarbeitern einen Satz mitgeben müsste, wäre es ungefähr dieser:
„Ube ist ein cremiges Wohlfühlgetränk mit einem ganz eigenen Geschmack. Es erinnert von der Cremigkeit ein bisschen an eine dickere italienische Trinkschokolade, schmeckt aber völlig anders.“
Und wenn ich es emotional beschreiben darf:
Für mich schmeckt Ube nach Fernweh und nach Kindheit zugleich.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich es so spannend finde.
Es ist exotisch und gleichzeitig vertraut.
Der größte Fehler bei der Einführung von Ube
Es ist nicht der Preis.
Es ist nicht die Rezeptur.
Und es ist auch nicht die Frage, ob Du zwei oder drei Drinks anbietest.
Für mich ist der größte Fehler:
Deine Mitarbeiter nicht mit auf die Reise zu nehmen.
Stell Dir folgende Situation vor:
Ein Gast sieht das violette Getränk auf einem Aufsteller und fragt:
„Was ist eigentlich Ube?“
Und Dein Mitarbeiter antwortet:
„Weiß ich eigentlich auch nicht. Ist halt so ein lila Getränk, das mein Chef auf die Karte geschrieben hat.“
Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gast es danach bestellt?
Genau.
Deshalb müssen Deine Mitarbeiter Ube probieren.
Sie müssen wissen, was es ist.
Sie sollten die Aktionsdrinks selbst zubereitet haben.
Und im besten Fall entwickeln sie selbst ein bisschen von diesem Fernweh und dieser Begeisterung für das Produkt.
Denn dann klingt die Antwort plötzlich anders:
„Ich habe ihn selbst probiert. Wenn Du cremige Getränke magst und Lust auf etwas Neues hast, solltest Du den unbedingt testen.“
Das ist kein auswendig gelernter Verkaufssatz.
Das ist Begeisterung.
Und Gäste merken den Unterschied.
Ube darf nicht darauf warten, entdeckt zu werden
Nur weil Ube auf Deiner Karte steht, wird es noch lange nicht bestellt.
Wenn ich eine vierwöchige Aktion plane, würde ich sie deshalb auch wirklich inszenieren.
Aktionsaufsteller
Auf der Theke oder auf den Tischen.
Und unbedingt mit einem Foto des fertigen Getränks.
Bei einem Produkt, dessen Farbe einer seiner größten Vorteile ist, wäre es fast fahrlässig, sie nicht zu zeigen.
Social Media
Zeig das Getränk.
Noch besser: Zeig seine Zubereitung.
Wie das violette Ube in die Milch läuft, wie die Schichten entstehen oder wie Ube und Matcha aufeinandertreffen.
Ube ist ein Produkt, das visuell hervorragend für kurze Videos funktioniert.
Keine Probiergrößen
Ich persönlich würde keine Miniportionen verteilen.
Ich würde aus Ube lieber bewusst eine zeitlich begrenzte Aktion machen.
Und vor allem: aktiv anbieten
Wenn ein Gast vor der Karte steht und noch nicht weiß, was er trinken möchte, ist genau das der Moment für Deinen Mitarbeiter:
„Probier doch einmal unseren neuen Ube Latte. Den haben wir gerade neu und nur für kurze Zeit auf der Karte.“
Ube soll nicht irgendwo auf Deiner Getränkekarte stehen und hoffen, dass jemand darüber stolpert.
Mach Deine Gäste neugierig.
Wann war Dein Ube-Test erfolgreich?
Nach vier Wochen würde ich nicht ausschließlich die Kassenzahlen anschauen.
Natürlich müssen Getränke verkauft werden.
Am Ende entscheidet der Gast und die Verkaufszahlen zeigen Dir sehr deutlich, ob ein Produkt angenommen wird.
Aber bei einem neuen Trendgetränk würde ich noch etwas anderes beobachten.
Was passiert rund um das Getränk?
Machen Gäste Fotos?
Wird darüber gesprochen?
Fragen andere Gäste, was da gerade getrunken wird?
Wird der violette Drink schon in der Warteschlange wahrgenommen?
Bestellen Gäste ihn ein zweites Mal?
Taucht er in Instagram-Stories Deiner Gäste auf?
Das sind für mich wichtige Signale.
Denn ein Getränk kann mehr leisten, als einmal über die Kasse zu gehen.
Es kann den nächsten Kauf auslösen.
Der 4-Wochen-Ube-Test für Dein Café
Wenn Du Ube ausprobieren möchtest, würde ich es deshalb genau so machen:
Woche 0: Vorbereiten
kleine Menge Ube-Pulver einkaufen
drei Drinks festlegen
Rezepte und Dosierungen definieren
Team gemeinsam probieren lassen
Mitarbeiter in ein bis zwei Sätzen erklären lassen, wie sie Ube beschreiben würden
gute Fotos der Drinks machen
Aktionsaufsteller vorbereiten
Woche 1–4: Verkaufen
Aktion sichtbar auf der Theke und den Tischen platzieren
über Social Media begleiten
Mitarbeiter aktiv empfehlen lassen
Verkaufszahlen erfassen
Gästereaktionen beobachten
Wiederholungsbestellungen beachten
Nach vier Wochen: Entscheiden
Frag Dich nicht nur:
„Wie viele Ube Latte habe ich verkauft?“
Sondern auch:
„Was hat Ube in meinem Café ausgelöst?“
Wenn Gäste darüber sprechen, Fotos machen, wiederkommen und andere Gäste neugierig werden, hast Du möglicherweise etwas gefunden, das mehr kann als nur einen zusätzlichen Platz auf Deiner Getränkekarte zu füllen.
Und wenn Ube doch nicht funktioniert?
Dann hast Du genau deshalb klein getestet.
Du hast nicht Deine gesamte Karte umgebaut.
Du hast Deine Mitarbeiter nicht in zehn neuen Rezepturen geschult.
Und Du hast im Idealfall nur eine zusätzliche Hauptzutat eingekauft.

Sollte nach der Aktion noch Ube-Pulver übrig sein, muss es außerdem nicht zwangsläufig im Lager stehen bleiben.
Ube lässt sich beispielsweise auch in Backwaren und Desserts einsetzen. Ube wird traditionell und aktuell ohnehin nicht nur für Getränke, sondern auch für Kuchen, Eis und andere Süßspeisen verwendet.
Damit bleibt auch das Warenrisiko überschaubar.
Ist Ube nur ein Social-Media-Hype?
Natürlich spielt Social Media eine große Rolle.
Ube fällt auf.
Es ist violett.
Es ist fotogen.
Und genau deshalb verbreitet es sich schnell.
Aber für mich wäre es zu einfach, Ube darauf zu reduzieren.
Denn ein Trend wird für ein Café erst dann interessant, wenn wir daraus ein funktionierendes Produkt machen.
Ein Getränk, das schmeckt.
Das sich zuverlässig zubereiten lässt.
Das kalkulierbar ist.
Das die Mitarbeiter verstehen.
Und das Gäste tatsächlich bestellen.
Genau deshalb würde ich Ube weder blind auf die Karte setzen noch den Trend ignorieren.
Ich würde ihn testen.
Mit einer neuen Zutat.
Mit drei Getränken.
Mit einem begeisterten Team.
Und mit vier Wochen Zeit.
Danach würde ich diejenigen entscheiden lassen, um die es am Ende ohnehin geht:
Deine Gäste.
FAQ: Ube im Café
Lohnt sich Ube für ein Café?
Ube kann für Cafés interessant sein, weil die intensive violette Farbe Aufmerksamkeit erzeugt und sich daraus verschiedene Getränke entwickeln lassen. Wenn bereits Iced Matcha angeboten wird, können viele Abläufe und Zutaten übernommen werden. Statt Ube sofort dauerhaft aufzunehmen, empfehle ich zunächst einen zeitlich begrenzten Test.
Wie viel Ube-Pulver braucht man für einen Ube Latte?
Wir verwenden als Beispiel 4 g Ube-Pulver mit 50 ml Wasser und 200 ml Milch oder Pflanzendrink. Aufgeschäumt wird das Getränk in einem Glas oder einer Tasse mit etwa 350 ml Fassungsvermögen serviert.
Was kostet das Ube-Pulver pro Getränk?
Bei einem Einkaufspreis von 105 €/kg kosten 4 g Ube-Pulver 0,42 € pro Getränk.
Was kostet ein Ube Latte im Wareneinsatz?
In unserer vereinfachten Beispielrechnung kosten 4 g Ube 0,42 € und 200 ml Kokosmilch bei 2 €/Liter weitere 0,40 €. Damit liegt der direkte Wareneinsatz bei rund 0,82 €. Personal, Energie, Miete, Lagerhaltung, Geräte, Reinigung, Schwund und weitere Kosten sind darin nicht enthalten.
Was kostet ein Iced Ube Latte to go?
Mit einem Clear Cup für 0,09 €, Deckel für 0,05 € und Strohhalm für 0,03 € liegt unser direkter Waren- und Verpackungseinsatz bei ungefähr 0,99 €. Die Eisproduktion sowie betriebliche Gemeinkosten sind nicht eingerechnet.
Was darf ein Ube Latte im Café kosten?
Ich würde einen puren Ube Latte ungefähr auf dem Preisniveau eines Matcha Latte positionieren. Für einen klassischen Ube Latte halte ich bis etwa 5,90 € für plausibel. Signature Drinks mit Sirup, Foam oder Toppings können entsprechend darüber liegen.
Welche Milch passt am besten zu Ube?
Ube lässt sich mit Kuhmilch und verschiedenen Pflanzendrinks kombinieren. Meine persönliche Empfehlung ist Kokosmilch, weil ihre Aromatik für mich besonders gut mit Ube harmoniert.
Wie schmeckt Ube?
Ube wird häufig als mild, nussig und leicht vanillig beschrieben. Meine persönliche Wahrnehmung ist etwas anders: Für mich besitzt Ube einen eigenständigen, sehr cremigen Charakter, der sich nur schwer mit bekannten Getränken vergleichen lässt. Emotional beschrieben schmeckt Ube für mich nach Fernweh und Kindheit zugleich.
Enthält Ube Koffein?
Die violette Yamswurzel Ube ist von Natur aus keine koffeinhaltige Tee- oder Kaffeepflanze. Ein reiner Ube Latte kann daher eine koffeinfreie Alternative sein. Bei Mischgetränken wie Matcha Ube hängt der Koffeingehalt natürlich von den weiteren Zutaten ab.
Welche Ube-Getränke eignen sich für einen Test?
Im Sommer würde ich mit Iced Ube Latte, Iced Matcha Ube und Iced Strawberry Ube starten. Damit deckst Du eine pure Variante, einen Matcha-Trenddrink und eine besonders visuelle Fruchtkombination ab.
Über die Autorin
Natascha Lendzian ist Gründerin von Simply Chai und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Getränken, Cafékonzepten und Trends in der Gastronomie.
Als ehemalige Cafébetreiberin und Barista-Trainerin betrachtet sie neue Getränke deshalb nicht nur aus Produkt- oder Social-Media-Sicht. Entscheidend sind für sie Fragen wie: Funktioniert das Getränk im täglichen Cafébetrieb? Können Mitarbeiter es zuverlässig zubereiten? Wie hoch ist der Wareneinsatz? Wie lässt es sich verkaufen? Und bringt ein Trend tatsächlich zusätzlichen Umsatz?
Dieses Praxiswissen fließt heute in die Produktentwicklung bei Simply Chai und in ihre Artikel über Matcha, Chai, Hojicha, Ube und moderne Getränkekonzepte ein.
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