Koffeinarme und koffeinfreie Getränke im Café: 6 Ideen
- Natascha Lendzian
- vor 11 Minuten
- 10 Min. Lesezeit
Wenn Dein Gast weniger oder gar kein Koffein trinken möchte, sollte die Alternative heute mehr sein als Früchtetee, Wasser oder entkoffeinierter Kaffee. Mit zwei oder drei gut ausgewählten No-/Low-Caffeine-Drinks kannst Du unterschiedliche Bedürfnisse abdecken ohne Deine Getränkekarte unnötig aufzublähen.
Für einen Specialty Coffee Shop würde ich im Herbst und Winter Hojicha Latte, Ube Latte und einen frischen Minz-Ingwer-Tee empfehlen. Für ein breiter aufgestelltes Kaffeehaus eher Golden Milk, einen hochwertigen dunklen Kakao und Minz-Ingwer-Tee.
Du musst aber nicht gleich drei neue Getränke dauerhaft aufnehmen.
Mein Rat: Lass zunächst zwei Drinks vier Wochen gegeneinander antreten und Deine Gäste entscheiden.

Das Wichtigste auf einen Blick
Welche koffeinarmen und koffeinfreien Getränke braucht ein Café? Aus meiner Sicht nicht möglichst viele, sondern unterschiedliche Alternativen für unterschiedliche Bedürfnisse:
Bedürfnis | Mögliche Antwort |
Energie gewünscht | Kaffee oder Matcha |
weniger Koffein | Hojicha |
kein Koffein + cremiger Genuss | Ube oder Golden Milk |
kein Koffein + nicht cremig | z. B. frischer Minz-Ingwer-Tee |
Der Bedarf dafür ist durchaus interessant: In einer internationalen Euromonitor-Befragung von 2025 gaben 37 % der befragten Gen Z an, ihren Koffeinkonsum reduzieren zu wollen. Gleichzeitig bleibt Koffein für diese Generation relevant. Für Cafés spricht das aus meiner Sicht nicht für ein „Entweder-oder“, sondern für mehr Wahlmöglichkeiten je nach Tageszeit und Bedürfnis.
Früher bedeutete „kein Koffein“ vor allem weniger Auswahl
Gäste, die keinen oder weniger Kaffee trinken wollten, wurden auf klassischen Café-Karten lange eher nebenbei bedient. Das habe ich in meinen eigenen Jahren als Cafébetreiberin sehr deutlich erlebt.
Wir hatten tatsächlich entkoffeinierten Kaffee und haben ihn sogar in einer separaten Mühle gemahlen. Das war damals schon ziemlich speziell.
Ansonsten wurde die Auswahl schnell dünn.
Früchtetee. Pfefferminztee. Vielleicht Kamille.
Oder ich hätte dem Gast einen Saft, eine Limonade oder ein Wasser angeboten.
Ich erinnere mich noch gut daran, wer bei uns anfangs besonders häufig nach Alternativen fragte: schwangere Frauen.
Sie wollten weiterhin ins Café gehen und etwas Schönes trinken, ihren Koffeinkonsum aber begrenzen.
Übrigens bedeutet Schwangerschaft nicht automatisch, dass Koffein vollständig tabu ist: Die EFSA kommt zu dem Schluss, dass eine über den Tag verteilte Aufnahme von bis zu 200 mg Koffein aus allen Quellen bei Schwangeren keine Sicherheitsbedenken für den Fötus aufwirft.
Später beobachtete ich eine zweite Gruppe.
Ältere Gäste sagten häufiger:
„Nachmittags trinke ich keinen Kaffee mehr. Sonst kann ich abends nicht schlafen.“
Auch dafür gibt es eine plausible Grundlage: Laut EFSA können bereits einzelne Dosen von 100 mg Koffein bei manchen Erwachsenen Schlafdauer und Schlafmuster beeinflussen, insbesondere bei Konsum nahe der Schlafenszeit.
Und irgendwann kamen immer mehr jüngere, gesundheitsbewusste Menschen hinzu, die ihren Koffeinkonsum ganz bewusst reduzieren wollten.
Das Bedürfnis blieb also nicht dasselbe, es wurde breiter.
Vielleicht suchen Deine Gäste gar keinen Kaffeeersatz
Ich glaube, dass viele Gäste heute nicht mehr nach einer „Alternative zu Kaffee“ suchen. Sie suchen ein Getränk, das gerade zu ihrem Moment passt.
Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.
Als ich mit der Gastronomie angefangen habe, war guter Kaffee das Zentrum.
Dann kam der Latte Macchiato.
Dann Latte Macchiato mit Caramel.
Chai wurde größer. Matcha kam hinzu. Iced Drinks wurden wichtiger.
Heute sprechen wir über Ube, Hojicha, Cold Foams und Signature Drinks.
Vom Pott Kaffee sind wir immer stärker beim Getränkeerlebnis angekommen.
Gerade gestern stand ich selbst bei Starbucks vor einer Angebotstafel und musste schmunzeln.
Mir wurden Banana-Caramel Milk, Matcha Coconut und verschiedene Cloud Drinks präsentiert.
Was mir dabei auffiel?
Auf dieser Tafel spielte Kaffee plötzlich kaum noch die Hauptrolle.
Für jemanden, der 15 Jahre in der Kaffeegastronomie gearbeitet hat, ist das schon bemerkenswert.
Natürlich ist eine Starbucks-Tafel keine Marktstudie.
Aber sie illustriert ziemlich gut, was ich seit Jahren beobachte:
Ein Cafégetränk muss heute nicht zwangsläufig Kaffee enthalten, um als vollwertiges Caféerlebnis wahrgenommen zu werden.
Warum koffeinarme und koffeinfreie Getränke im Café besonders am Nachmittag interessant sind

Koffeinarme und koffeinfreie Getränke können für Cafés einen zusätzlichen Konsumanlass schaffen. Besonders in der zweiten Tageshälfte können sie eine wertvolle Ergänzung sein.
Denn stell Dir Deinen Gast um 16 Uhr vor.
Morgens hatte er einen Cappuccino.
Mittags vielleicht noch einen Espresso.
Jetzt sitzt er mit einer Freundin im Café und hätte eigentlich Lust auf ein schönes Getränk.
Aber einen weiteren Kaffee möchte er nicht mehr.
Was bietest Du ihm an?
Wenn die Antwort lediglich Wasser oder Früchtetee lautet, lässt Du möglicherweise einen interessanten Konsumanlass ungenutzt.
Mit einem Hojicha Latte, Ube oder einer Golden Milk gibst Du diesem Gast eine Alternative, die sich trotzdem wie ein richtiges Cafégetränk anfühlt.
Und das muss nicht zwangsläufig bestehenden Kaffeeumsatz ersetzen.
Vielleicht wäre die Bestellung sonst gar nicht entstanden.
Bei mir selbst ist das inzwischen genauso.
Warum ich selbst heute deutlich weniger Kaffee bestelle
Auch meine eigene Getränkewahl hängt heute viel stärker von Tageszeit und Bedürfnis ab als früher.
Ich trinke deutlich weniger Kaffee.
Das hat bei mir persönlich unter anderem damit zu tun, dass ich größere Mengen Kaffee vom Magen her nicht mehr so gut vertrage.
Wenn ich müde bin und Energie möchte, bestelle ich gerne einen Matcha.
Möchte ich weniger Koffein, greife ich eher zu Hojicha.
Möchte ich gar kein Koffein, aber trotzdem ein besonderes Getränk, darf es Ube sein.
Dazu bestelle ich übrigens meistens noch ein Wasser, denn auch das macht mich persönlich wieder etwas wacher.
Und dann gibt es noch eine vierte Kategorie:
Ich bin neugierig.
Steht irgendwo ein ungewöhnlicher Signature Drink auf der Karte, muss ich ihn beruflich bedingt meistens probieren. 😉
Meine persönliche Getränkelogik sieht inzwischen ungefähr so aus:
Energie → Matcha
weniger Koffein → Hojicha
kein Koffein + Erlebnis → Ube
Neugier → Signature Drink
Vielleicht geht es Deinen Gästen inzwischen ähnlich.
Ist Hojicha wirklich koffeinarm?
Hojicha enthält Koffein und sollte deshalb nicht als koffeinfrei bezeichnet werden. Er wird jedoch traditionell als koffeinärmerer japanischer Grüntee eingeordnet.
Das japanische Landwirtschaftsministerium beschreibt Hojicha als gerösteten Grüntee und weist ausdrücklich auf seinen niedrigen Koffeingehalt hin. Gleichzeitig hängt der tatsächliche Koffeingehalt eines Getränks unter anderem vom Ausgangstee, der eingesetzten Menge und der Zubereitung ab.
Deshalb würde ich auf einer Cafékarte sauber unterscheiden:
Hojicha → koffeinarm bzw. koffeinärmer
Ube/Golden Milk/Kräutertee → je nach Rezeptur koffeinfreie Basis
Und noch eine wichtige Feinheit:
Auch Kakao ist streng genommen nicht koffeinfrei.
Als Orientierung nennt die EFSA für 50 g dunkle Schokolade etwa 25 mg Koffein und für 50 g Milchschokolade etwa 10 mg. Der konkrete Koffeingehalt eines Kakaogetränks hängt natürlich von Produkt und Dosierung ab.
Gerade wenn wir Gästen eine bewusste Auswahl ermöglichen möchten, finde ich solche Unterscheidungen wichtig.
Welche No-/Low-Caffeine-Getränke passen in einen Specialty Coffee Shop?

Für einen modernen Specialty Coffee Shop würde ich im Herbst und Winter Hojicha Latte, Ube Latte und frischen Minz-Ingwer-Tee auswählen.
Damit deckst Du drei unterschiedliche Bedürfnisse ab, ohne sechs neue Alternativen auf die Karte zu setzen.
Getränk | Rolle auf der Karte | Warum ich es wählen würde |
Hojicha Latte | weniger Koffein + cremig | Röstaromen, Specialty-Charakter, neues Geschmackserlebnis |
Ube Latte | koffeinfrei* + cremig | Farbe, Neugier, Erlebnis |
Minz-Ingwer-Tee | koffeinfrei + nicht cremig | frisch, aromatisch, nicht dessertartig |
*bei einer Rezeptur aus reinem Ube ohne koffeinhaltige Zusätze.
Hojicha: für den erwachsenen Genussmoment
Hojicha würde ich gerade in der Herbst-/Wintersaison auf die Karte nehmen.
Die Röstaromen funktionieren für mich hervorragend in warmen, geschmacksintensiven Getränken. Gleichzeitig bringt Hojicha etwas Neues mit, ohne nur über Farbe oder Süße zu funktionieren.
Ube: Farbe gegen graue Tage
Wenn draußen alles grau und dunkel wird, darf wenigstens etwas Farbe in die Tasse.
Das intensive Violett erzeugt Aufmerksamkeit und macht aus einem koffeinfreien Getränk einen Erlebnisdrink.
Minze + Ingwer: wenn es bitte nicht cremig sein soll
Nicht jeder Gast, der auf Koffein verzichten möchte, möchte automatisch einen süßen Milchdrink.
Wir hatten in unserem Café einen Tee aus frischer Minze und frischem Ingwer.
Der kam richtig gut an.
Und genau diese dritte Kategorie würde ich nicht vergessen.
Welche Getränke passen besser in ein klassisches Kaffeehaus?

Für ein breiter und etwas klassischer aufgestelltes Kaffeehaus würde ich Golden Milk, einen hochwertigen dunklen Kakao und frischen Minz-Ingwer-Tee empfehlen.
Die Getränke sind zugänglicher und benötigen weniger Erklärung als beispielsweise Hojicha oder Ube.
Getränk | Rolle auf der Karte | Warum ich es wählen würde |
Dunkler Kakao | sehr wenig Koffein + cremig | vertraut, erwachsen interpretierbar |
Golden Milk | koffeinfreie Basis + cremig | Farbe, Gewürze, Wohlfühlcharakter |
Minz-Ingwer-Tee | koffeinfrei + nicht cremig | leicht verständlich und frisch |
Beim Kakao würde ich bewusst keinen übersüßen Kinderkakao entwickeln.
Lieber einen hochwertigen, dunkleren Kakao mit wenig Zucker.
Wer mehr möchte, kann ihn anschließend mit Sirup, Sahne oder Toppings aufwerten.
So bleibt die Basis erwachsen – und trotzdem Signature-Drink-fähig.
Golden Milk als koffeinfreie Alternative – und warum ich sie ausgerechnet vergessen habe
Golden Milk passt eigentlich hervorragend auf eine moderne koffeinfreie Herbst-/Winterkarte: Sie bringt Farbe, Wärme und Wohlfühlcharakter mit.
Und trotzdem habe ich sie bei der Vorbereitung dieses Artikels zunächst vergessen.
Ich musste selbst lachen.
Denn wir haben unsere Golden Milk sogar ganz bewusst koffeinfrei entwickelt, um genau diese Lücke zu schließen.
Aber momentan beschäftige ich mich so intensiv mit Matcha, Ube und Hojicha, dass mein Kopf offenbar direkt zu den neuen Trendprodukten gesprungen ist.
Eigentlich ist das eine ganz gute Erinnerung:
Neu ist nicht automatisch besser.
Golden Milk ist für viele Gäste wesentlich leichter verständlich als ein ganz neuer Getränketrend.
Ich finde sogar die Idee interessant, sie künftig ungesüßt bzw. ohne zugesetzten Zucker zu denken und dem Café die Entscheidung über die Süße zu überlassen.
Und dann gibt es natürlich noch den Functional-Drink-Trend.
Aber ob Protein langfristig selbstverständlich auf die klassische Cafékarte gehört?
Da bin ich noch nicht überzeugt.
Das verdient einen eigenen Artikel.
Und was ist mit einem Rooibos Cappuccino?
Rooibos wäre grundsätzlich eine interessante koffeinfreie Basis für latte- oder cappuccinoartige Getränke. Für viele deutsche Cafés wäre mir das Konzept derzeit allerdings noch zu erklärungsbedürftig.
Die Idee finde ich trotzdem spannend.
Gerade in Südafrika kennt man Rooibos auch als Basis für milchige Cafégetränke.
Aber genau hier zeigt sich ein wichtiger Grundsatz:
Nur weil ein Getränk interessant ist, muss es noch lange nicht auf Deine Karte.
Wenn Dein Team jedem Gast erst ausführlich erklären muss, was er da eigentlich bestellen soll, entsteht eine zusätzliche Verkaufshürde.
In einem experimentierfreudigen Specialty-Konzept?
Durchaus.
Als eine von nur drei No-/Low-Caffeine-Empfehlungen für ein durchschnittliches Café?
Für mich momentan eher nicht.
Muss Deine Getränkekarte dafür größer werden?
Nein. Eine moderne Getränkekarte sollte nicht automatisch größer werden, sie sollte eher relevanter werden.
Bevor Du drei neue Getränke hinzufügst, würde ich deshalb Deine bisherigen Verkaufszahlen anschauen.
Nehmen wir an, Dein Kakao wird nur wenige Male im Monat bestellt.
Gleichzeitig fragen Gäste regelmäßig nach Alternativen zu Kaffee.
Dann würde ich nicht automatisch einen vierten Platz schaffen.
Vielleicht darf der schwach laufende Drink auch einmal weichen.
Aber was, wenn Du Dir noch nicht sicher bist?
Dann würde ich testen.
Der 4-Wochen-Test: Lass zwei Getränke gegeneinander antreten

Teste zwei unterschiedliche No-/Low-Caffeine-Drinks vier Wochen lang unter möglichst vergleichbaren Bedingungen und lass danach Verkaufszahlen und Gästereaktionen entscheiden.
In einem Specialty Coffee Shop könnte das beispielsweise so aussehen:
Hojicha Latte
weniger Koffein · Röstaromen · erwachsener Geschmack
gegen
Ube Latte
kein Koffein · cremig · farbstark · hoher Erlebnisfaktor
Beide bekommen:
4 Wochen Aktionszeitraum, ähnlich prominente Platzierung, ein gutes Produktfoto, aktive Empfehlung durch das Team
Und dann schaust Du nicht nur auf die Stückzahl.
Diese 6 Dinge würde ich nach vier Wochen auswerten
Welches Getränk wurde häufiger bestellt?
Welches wurde häufiger ein zweites Mal bestellt?
Nach welchem Getränk haben Gäste aktiv gefragt?
Welches musste stärker erklärt werden?
Welches konnte Dein Team leichter empfehlen?
Welches Getränk erzeugte Reaktionen, Fotos, Gespräche oder Nachfragen anderer Gäste?
Das ist natürlich kein wissenschaftlicher A/B-Test.
Wetter, Gästestruktur, Optik und viele andere Faktoren beeinflussen das Ergebnis.
Aber für Deine betriebliche Entscheidung liefert dieser Test möglicherweise etwas wesentlich Wertvolleres als irgendeine Trendprognose:
Daten von Deinen eigenen Gästen.
Und genau deshalb gefällt mir dieses Prinzip so gut.
Frag nicht nur, welches Getränk gerade im Trend liegt. Teste, welches Getränk zu Deinen Gästen passt.
Was sagen die Daten zum No-/Low-Caffeine-Trend?
Es gibt Hinweise darauf, dass insbesondere jüngere Verbraucher ihren Koffeinkonsum bewusster steuern möchten. Gleichzeitig verschwindet das Bedürfnis nach Energie durch Koffein keineswegs.
Das macht die Entwicklung für Cafés so interessant.
Euromonitor befragte 2025 insgesamt 21.207 Verbraucher. 37 % der Gen-Z-Befragten gaben an, ihren Koffeinkonsum reduzieren zu wollen. Gleichzeitig kommt Euromonitor nicht zu dem Schluss, dass Koffein für diese Generation unwichtig wird. Im Gegenteil: Das Bedürfnis nach Energie bleibt bestehen.
Genau deshalb würde ich aus solchen Zahlen nicht die Schlagzeile machen:
„Gen Z trinkt keinen Kaffee mehr.“
Das wäre viel zu einfach.
Ich lese daraus eher:
Gäste möchten bewusster entscheiden können, wann sie Koffein möchten und wann nicht.
Und genau darauf kann eine moderne Cafékarte reagieren.
Die Cafékarte der Zukunft ist vielleicht gar nicht koffeinfrei
Die interessante Entwicklung ist für mich nicht „Kaffee oder kein Kaffee“, sondern die wachsende Auswahl zwischen unterschiedlichen Getränkemomenten.
Kaffee wird deshalb nicht verschwinden.
Und das soll er auch gar nicht.
Aber vielleicht muss nicht mehr jedes besondere Getränk Kaffee enthalten.
Der Gast kann heute viel situativer entscheiden:
Ich möchte Energie.→ Kaffee oder Matcha.
Ich möchte weniger Koffein.→ Hojicha.
Ich möchte kein Koffein, aber einen cremigen Genussmoment.→ Ube oder Golden Milk.
Ich möchte kein Koffein und nichts Cremiges.→ frischer Minz-Ingwer-Tee.
Ich möchte mich überraschen lassen.→ Signature Drink.
Vielleicht ist genau das die spannendste Veränderung:
Die Cafékarte der Zukunft gibt Deinem Gast die Wahl, wie viel Koffein gerade zu seinem Moment passt.
Mein Rat für Deine Getränkekarte
Wenn Deine Gäste nach Alternativen zu Kaffee fragen, fang klein an: zwei Drinks, vier Wochen, anschließend auswerten.
Mach beide sichtbar.
Lass Dein Team beide probieren.
Empfehlt sie aktiv.
Und schaut danach gemeinsam auf die Zahlen und auf das Verhalten Eurer Gäste.
Vielleicht ersetzt der Gewinner anschließend einen Ladenhüter.
Vielleicht bleiben beide.
Vielleicht funktioniert keiner.
Auch das ist ein gutes Ergebnis.
Denn dann hast Du nicht irgendeinem Trend vertraut.
Du hast Deine Gäste gefragt.
FAQ: Koffeinarme und koffeinfreie Getränke im Café
Welche koffeinfreien Getränke eignen sich für ein Café?
Ube Latte, Golden Milk und koffeinfreie Kräuteraufgüsse wie Minz-Ingwer-Tee können eine kleine koffeinfreie Auswahl bilden. Welche Getränke sinnvoll sind, hängt vom Cafékonzept ab. Für Specialty Coffee würde ich andere Schwerpunkte setzen als für ein klassisches Kaffeehaus.
Ist Hojicha koffeinfrei?
Nein. Hojicha enthält Koffein, gilt aber als koffeinärmerer japanischer Grüntee. Das japanische Landwirtschaftsministerium beschreibt Hojicha ausdrücklich als koffeinarm; der tatsächliche Gehalt hängt jedoch von Produkt und Zubereitung ab.
Ist Matcha koffeinfrei?
Nein. Matcha enthält Koffein. Wenn Gäste bewusst Koffein möchten und Energie suchen, kann Matcha gerade deshalb eine interessante Alternative sein. Für eine koffeinfreie Karte eignet er sich dagegen nicht.
Ist Kakao koffeinfrei?
Nein, streng genommen nicht. Kakao enthält natürlicherweise geringe Mengen Koffein. Wie viel im fertigen Getränk steckt, hängt unter anderem von Kakaoprodukt und Dosierung ab.
Warum sind koffeinfreie Getränke am Nachmittag interessant?
Sie können Gästen einen zusätzlichen Getränkemoment ermöglichen, wenn sie keinen weiteren Kaffee mehr möchten. Statt nur Wasser oder klassischen Tee anzubieten, kann ein Café mit Ube, Golden Milk oder anderen Alternativen weiterhin ein besonderes Getränkeerlebnis schaffen.
Wie viele koffeinfreie Alternativen braucht ein Café?
Drei unterschiedliche Rollen reichen für eine kleine Karte aus: eine cremige koffeinarme Option, eine cremige koffeinfreie Option und ein koffeinfreies, nicht cremiges Getränk. Nicht jedes Café braucht dabei dieselben Produkte.
Wie teste ich No-/Low-Caffeine-Drinks?
Nimm zwei unterschiedliche Getränke vier Wochen lang als Aktion auf und gib beiden möglichst ähnliche Sichtbarkeit. Vergleiche danach Stückzahlen, Wiederbestellungen, aktive Nachfragen, Gästereaktionen und die Erfahrungen Deines Teams.
Über die Autorin
Natascha Lendzian ist Gründerin von Simply Chai und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Cafékonzepten, Getränketrends und Produktentwicklung.
Als ehemalige Cafébetreiberin und Barista-Trainerin hat sie selbst erlebt, wie sich die Wünsche der Gäste verändert haben: Vom klassischen Kaffee über Chai und Matcha bis zu heutigen Signature Drinks sowie koffeinarmen und koffeinfreien Alternativen.
Neue Trends beurteilt sie deshalb nicht allein danach, ob sie gerade auf Social Media funktionieren. Entscheidend ist für sie, ob ein Getränk in echte Caféabläufe passt, von Mitarbeitern zuverlässig zubereitet werden kann und von Gästen tatsächlich angenommen wird.
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